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2026/04/07
Market Insight bei Olivier Candrian - Ist die Nominierung von Kevin Warsh zum Fed‑Vorsitzenden ein Wendepunkt?

Die Trump-Regierung hat Kevin Warsh, ein ehemaliges Mitglied des Board of Governors der Federal Reserve (2006–2011), für eine vierjährige Amtszeit als nächsten Fed‑Vorsitzenden nominiert. Er muss jedoch noch die Anhörungen zur Bestätigung im Senat durchlaufen, ein komplexer Prozess mit möglichen Verzögerungen.

Warsh, Jahrgang 1970, hat seinen Abschluss an der Stanford‑ und der Harvard‑Universität gemacht, arbeitete bei Morgan Stanley und beriet George W. Bush in Fragen der Finanzregulierung. Er ist mit der Tochter des Sohnes von Estée Lauder verheiratet, einem langjährigen Freund und finanziellen Unterstützer Trumps. Warsh wurde 2006 zum Fed‑Gouverneur ernannt und warnte vor der globalen Finanzkrise 2008 vor Liquiditätsrisiken. Nach der Krise leitete er Reformen mit Fokus auf systemische Risiken, darunter die Modernisierung der Echtzeit‑Marktüberwachungssysteme der Fed, und er half bei der Gestaltung von Notfall‑Liquiditätsfazilitäten während der Krise Selbst mit.

In einem bemerkenswerten Widerspruch unterstützte er das Quantitative Easing von 2020, obwohl er sich zuvor skeptisch zur Notwendigkeit einer lockeren Geldpolitik geäussert hatte. Seit seinem Austritt aus der Fed im Jahr 2011 kritisiert Warsh die Institution dafür, die Zinsen nach der Pandemie zu lange zu tief gehalten zu haben, und macht diese Politik für den Inflationsanstieg 2021–2022 verantwortlich.